STATEMENT
Wie könnte sich eine Geschichte ereignet haben - in ihrer Wahrhaftigkeit. Keine Frage der Neugierde, sondern eher eine Suche nach einer tieferen, fundamentalen Wahrheit – nach dem, was jenseits des Oberflächlichen oder Offensichtlichen liegt.
Bettina Ruhrberg schreibt im Katalog „Vergegenwärtigung und Auflösung · Strategien gegen das Vergessen“ (1998) zu meinen Fotoarbeiten - „Die einzelnen Prozesse der künstlerischen Bearbeitung - die im Endergebnis als räumliche Staffelung oder als unterschiedliche Raumschichten wahrgenommen werden - vergleicht Rosy Beyelschmidt mit dem sukzessiven Aufdecken der „Wahrheit“ hinter der Fassade, dem Vordringen in unbewußte Schichten, dem Aufspüren emotionaler Befindlichkeiten, dem Hervorholen verdrängter Erinnerungen. Enthüllen durch Verhüllen, dem Verborgenen der eigenen Existenz und der der abgelichteten Personen - stellvertretend für jeden Menschen - auf die Spur zu kommen, gehört zu den Antrieben ihrer künstlerischen Arbeit.“
Diese konsequente Suche manifestiert sich auch in meinen aktuellen Medienarbeiten. Das Video »...Ticker Tape« (2024), gezeigt im Musée du Vieux Toulouse, veranschaulicht diesen Ansatz:
»A Ride on the Ticker Tape of Lost Thoughts« verwebt das Konzept des literarischen Bewusstseinsstroms mit einer visuellen Meditation über flüchtige Erinnerungen. Ein Papierband entrollt sich endlos – wie eine historische Nachrichtenrolle –, beschriftet mit dem leisen Geflüster von Gedanken, die einst präsent waren, aber wie Sand durch die Finger glitten. Dieses Ticker Tape dient als Kanal und Beichtstuhl zugleich; es fängt Ideen ein, die wie Glühwürmchen im Zwielicht des Bewusstseins flackern.